Freuen sich allesamt über das neue Feuerwehrhaus (v. l.): Wehrleiter Ralf Rötter, Frank Reifenrath vom Bauamt, Ortsbürgermeister Andreas Buttgereit, Bürgermeister Maik Köhler, Wehrführer Rudolf Jung und Architekt Oliver Schmidt

„Neue Mitte“: Feuerwehrhaus eingeweiht und Spielplatz freigegeben

Das Bilderbuchwetter war das Sahnehäubchen für das, was am Wochenende in Harbach gefeiert wurde: Das neue Feuerwehrhaus wurde eingeweiht, ein Mannschaftstransportfahrzeug übergeben (Bericht folgt) und der neu gestaltete Spielplatz freigegeben (siehe Kasten).

Von „Harbachs neuer Mitte“ – auch mit Blick auf die künfitge Gaststätte „Yellowstone“ – sprach Moderator Matthias Jung am Samstagnachmittag, als er die Besucher im Zelt begrüßte. Die Euphorie und Freude spiegelte sich auch in den weiteren Reden wieder: Es war ein langer Weg, aber nun sind die unzureichenden und beengten Platzverhältnisse, mit denen die 25 Aktiven im alten Gebäude zurechtkommen mussten, Vergangenheit.

Bürgermeister Maik Köhler hatte zu der Feier im Namen von Verbandsgemeinde, Wehrleitung und Löschzug begrüßt und betont: „Für uns ist es ein wichtiges Ereignis.“ Er stellte heraus, dass nicht nur die Wehr, sondern im Besonderen die Einwohner ein funktionelles Haus benötigten. Denn wichtig sei eine zweckmäßige Ausstattung für den Schutz von Hab und Gut.

„Mit der Übergabe ist die Voraussetzung geschaffen, dass die Kameraden ihre wichtige Arbeit in Harbach und im Ausrückebereich Asdorftal/Wildenburger Land gut leisten können.“ Das moderne Haus soll auch die Motivation fördern: „Es ist um ein Vielfaches attraktiver und anziehender.“

Köhler erinnerte an stattliche sieben Planungsvarianten. Seit dem ersten Spatenstich im April 2017 sind schließlich auf einer Grundfläche von 213 Quadratmetern in Massivbauweise das Gebäude mit Umkleiden für Frauen und Männer, Büro für Wehrführung und Gerätewarte, Schulungsraum und kleinem Trockungsraum, und in Stahlbauweise die Fahrzeughalle entstanden. Die Kosten von 450 000 Euro, das Land fördert 73 300, finanziert größtenteils die Verbandsgemeinde: „Das ist gut und sinnvoll investiertes Geld.“ Ortsbürgermeister Andreas Buttgereit und Beigeordnete Simone Löcherbach hätten sich gemeinsam stark und nachhaltig für den Neubau eingesetzt.

Das Thema habe noch sein Vorgänger Dietmar Urrigshardt angestoßen, sagte Wehrleiter Ralf Rötter. So viel Geld in eine relativ kleine Wehr zu stecken, sei demnach nicht selbstverständlich, aber aus feuerwehrtaktischer Sicht und mit der topografischen Lage zu erklären. Die Harbacher Kameraden seien eine wichtige Unterstützung für Kirchen, Niederfischbach, Friesenhagen und Niederschelderhütte. Nicht zuletzt gehe es um den Brandschutz im Ort. Mit Blick auf das alte Feuerwehrhaus meinte er, dass man die Weiterentwicklung als Quantensprung bezeichnen könne.

2011 sei es zunächst um einen Anbau gegangen, erinnerte Kreisfeuerwehrinspekteur Urrigshardt und bilanzierte: Es habe sich gelohnt, zu warten und zu kämpfen, bis ein baureifes Grundstück zur Verfügung stand, und: „Es ist ein funktionell gut gelungener Neubau geworden.“

Eine Hauseinweihung sei immer etwas Besonders, und sie sei umso gelungener, wenn Eigenleistung erbracht wurde, so Peter Benner, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes: „Aus diesem Haus kommt die Hilfe.“

Das Spielplatz-Projekt in Harbach konnte nur mit ganz viel ehrenamtlichem Engagement umgesetzt werden. Das Gute dabei: Nun ist noch genügend Geld in der Kasse, um auch den Spielplatz im Ortsteil Hinhausen anzupacken. Foto: rai

Ortsbürgermeister Buttgereit schmunzelte: „Es ist wie Weihnachten, bloß mit dem Nachteil, dass wir den Spielplatz selbst bezahlen müssen.“ Für die Kameraden und die Kommune, die den Grund zur Verfügung gestellt hat, sei es ein besonderer Tag. Er sprach von einem steinigen Weg, der bereits seit 2006 beschritten worden sei. Zwölf Jahre später habe man nun ein funktionales Haus. Für eine kleine Wehr wie Harbach sei es ein „Premium-Haus“.

„Der schönste und herausragendste Moment in der 84-jährigen Geschichte unserer Wehr.“

„Endlich ist es soweit“, sagte Wehrführer Rudolf Jung und meinte: „Der schönste und herausragendste Moment in der 84-jährigen Geschichte unserer Wehr.“ 1963 war das alte Haus bezogen und später mit einem Container erweitert worden. Der Neubau biete der Wehr die besten Rahmenbedingungen, um die wichtige Arbeit in der Orts- und der Verbandsgemeinde wahrnehmen zu können. Er dankte unter anderem dem Förderverein, der in Kooperation mit einigen Sponsoren für eine Küchenzeile, Beamer, Beschallungsanlage und ein beleuchtetes Emblem gesorgt habe. Die Kameraden selbst hatten die Fläche zwischen Neubau und Festplatz gepflastert. 600 unentgeltliche Arbeitsstunden seien geleistet worden.

Die Segnung des Neubaues nahmen Pfarrerin Almuth Germann und Pfarrer Christoph Kipper bei einer Andacht vor. Auch Kirchenchor, Tischtennisclub und Hobbyclub gratulierten bei der Feier, die vom Musikverein Friesenhagen umrahmt wurde.

Es wurde ferner Marcus Feist (Kirchen) zum Brandmeister befördert und Dennis Mecking (Friesenhagen) verpflichtet.

 

 

Quelle/Autor:
rai / Siegener Zeitung 23.04.2018

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