Klettern und Balancieren in Hinhausen / Ohne Engagement nicht möglich / Krustenbraten für die Helfer

Hinhausen. Da werden sich die Kinder freuen, wenn sie nach den Sommerferien den Spielplatz in Hinhausen auf seine Funktionsfähigkeit prüfen können. Beim Klettern und Balancieren. Seit Ende Mai laufen die Arbeiten für die Neugestaltung – und wie schon beim Gegenstück in Harbach mit einem enormen ehrenamtlichen Engagement.

Der Spielplatz im Ortsteil Hinhausen war in die Jahre gekommen. Nach einer TÜV-Prüfung war die Anlage seit Anfang des Jahres gesperrt. Ortsgemeinde, Ratsmitglieder, Eltern und viele Jugendlichen standen parat, um alles von Grund auf neu zu machen.

Den Tatendrang schränkten zunächst die Corona-Auflagen ein. Ende Mai wurde dann endlich losgelegt: alte Spielgeräte und Sitzgelegenheiten demontieren, Betonfundamente beseitigen. Jeden Freitag und Samstag gab es Arbeitseinsätze, so Ratsmitglied Karsten Schulze am Samstag beim Besuch der SZ. In der vergangenen Woche wurde bereits mittwochs und donnerstags geschafft. Die Fläche mit einem Gefälle um einen halben Meter musste auf Niveau gebracht werden. Am Freitag wurden 40 Tonnen Mutterboden verteilt.

Aber der Reihe nach: Alle Geräte wurden abgebaut. Nur die Hangrutsche blieb erhalten. Die Kommune schaffte Spielgeräte und erforderliches Material an, z.B. 40 Tonnen Rundkies als Fallschutz. Bevor die Fallschutzgrube bis zur Oberkante befüllt wurde, musste ausgeschachtet werden. Neue Betonfundamente wurden erstellt.

Auf diese kam das zentrale Spielgerät, das auf Klettern und Balancieren ausgelegt ist, wie der gesamte Spielplatz, berichtete Ratsmitglied Konrad Jung. Er ist federführend bei der Organisation. Und manches Werkzeug und Gerät stellte er bereit, lobte Schulze: „Wenn die Helfer da waren, war auch immer das erforderliche Material da, das ist Konrads Verdienst.“

An einem Samstag wurde das Spielgerät aufgebaut. Die zwei Türme kamen auf das Fundament, die weitere Elemente aus Holz, Edelstahl und pulverbeschichtetem Stahl wurden von den Ehrenamtlichen eingebaut, z.B. Rutsch- und Kletterstangen. Die Eigenleistung sei nur möglich, „weil wir alle Gerätschaften im Dorf haben, z.B. Bagger und Radlader“, betonte Schulze – und: „Weil alles bereitgestellt wird.“

Am Freitag wurde mit Radlader, Muskelkraft und Harke der Mutterboden verteilt und angewalzt. Zehn Kilogramm Rasensamen sollen dort nun sprießen, auch am Hang. Oberhalb davon war eine Mauer an einem neuen Weg gezogen worden, der an eine Hangrampe führt, die die Motorik fördern soll. Die Holzrampe auf den Fundamenten zu montieren, das sei Aufwand und Herausforderung gewesen, berichtete Schulze und verwies auf die Sicherheitsbestimmungen.

Gut kamen die Helfer voran, am Freitag und am Samstag, und beim Projekt selbst. Das, bilanzierten Schulze und Jung, liege daran, dass man 2017 bei der Neugestaltung des Spielplatzes in Harbach viele Erfahrungen gesammelt habe. Davon profitiere man nun beim erneuten ehrenamtlichen und tatkräftigen Arbeitseinsatz.

Den Helfern dankt Ortsbürgermeister Andreas Buttgereit. Die Kosten für das Material bezifferte er auf rund 50 000 Euro. Darin enthalten: 35 000 Euro für die Spielgeräte. Hierzu zählen Federtier, Schaukel, Karussell, Balancierseile und ein Spielgerät für die Allerjüngsten. Die Kosten bezuschusst das Land mit ca. 40 Prozent, so Buttgereit. Nur ob der Förderung sowie der Ersparnisse aufgrund der Eigenleistungen an beiden Anlagen habe man das Projekt angehen können, hieß es.

Am Samstag gingen die Arbeiten weiter: Es wurden Stützsteine zwischen Spiel- und Vorplatz gesetzt. Diese Fläche soll gepflastert werden. Es soll hier ein Holzunterstand gezimmert werden, mit Sitzgelegenheit und Tisch für Eltern. Ein Zaun wird noch gesetzt, vorne und hinten zum Bachlauf.

Vier Wochenenden wird wohl noch bis zur Fertigstellung gearbeitet werden müssen, hieß es am Samstag bei der Mittagspause. Wie an allen Samstagen hatte die Ortsbeigeordnete Sonja Zart Essen gekocht, diesmal Krustenbraten. Parallel zu den ausstehenden Arbeiten, u.a. wird ein Karussell montiert, wird der Rasen sprießen. Nach den Ferien und der TÜV-Abnahme sollen die Kinder alles bespielen könne.

Und während bei dem Spielplatz in Harbach stärker der Fokus auf Kleinkindern liegt, entsteht in Hinhausen eine Anlage, die herausfordere, meinte Jung.

Text: Siegener Zeitung, 20.07.2020 – RAI
Fotos: Privat

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